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Elektromagnetische Felder

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Elektromagnetische Felder

Beeinflusst die Handynutzung die männliche Fruchtbarkeit?

  • Zur Frage, ob hochfrequente elektromagnetische Felder, wie sie zum Beispiel beim Telefonieren mit dem Handy auftreten, einen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit haben, wurden zahlreiche nationale und internationale Studien durchgeführt.
  • Die Gesamtbewertung der Studien zeigt, dass bei Einhaltung der gültigen Grenzwerte und technischen Normen kein schädlicher Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Hoden und Samenzellen nachgewiesen wurde - weder beim Menschen, noch bei Tieren, noch an Samenzellen im Reagenzglas.
  • Da bislang die Fragen zu möglichen Langzeiteffekten beim Menschen und zu Wirkungen auf Kinder nicht abschließend geklärt werden konnten, sollen die Vorsorgeempfehlungen des BfS weiterhin berücksichtigt werden.

Sperma einer Maus Maus SpermaSperma einer Maus Quelle: Gregor Zaun, Universität Duisburg-Essen

Kein schädlicher Einfluss hochfrequenter Felder auf Hoden und Samenzellen nachgewiesen

Vielnutzer von Mobiltelefonen

Bei Vielnutzern von Mobiltelefonen wurde eine verminderte Fruchtbarkeit beobachtet, diese ist aber vermutlich auf andere Faktoren ihrer Lebensweise zurückzuführen und nicht auf die elektromagnetischen Felder der Handys. Diese anderen Faktoren wurden im Rahmen der vorliegenden Studien nicht weiter untersucht.

Tierstudien

Tierstudien ergaben auch unterhalb der Grenzwerte widersprüchliche Ergebnisse, die vor allem auf deren mangelhafte Qualität zurückzuführen sind. Es wurden Schwankungen einzelner physiologischer Parameter beobachtet. Ein Vergleich der einzelnen Studien zeigt aber, dass diese Schwankungen nicht einheitlich waren. Es handelte sich um Änderungen in beide Richtungen – also Verbesserung, Verschlechterung oder auch keine Veränderung zum Beispiel der Spermienzahl oder Vitalität. In unterschiedlichen Studien variierten unterschiedliche Parameter, andere blieben unverändert. Insgesamt blieben die Werte im normalen physiologischen Bereich. Als Nachweis negativer Einflüsse elektromagnetischer Felder auf die Fruchtbarkeit können diese Ergebnisse nicht gewertet werden. Die wenigen Studien, die den Anforderungen guter wissenschaftlicher Praxis entsprachen, was Befeldung, Verblindung, untersuchte Tierzahl und statistische Auswertung betrifft, fanden keinen Einfluss elektromagnetischer Felder unterhalb der Grenzwerte auf die Fruchtbarkeit.

Da viele der beschriebenen Beobachtungen an Tieren nicht abschließend geklärt sind, empfiehlt die WHO in der Research Agenda 2010 weitere Tierstudien zum Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf die Geschlechtsorgane, allerdings nicht mit einer hohen Priorität.

Spermien im Reagenzglas

Bei Spermien, die im Reagenzglas Feldstärken deutlich oberhalb der für Mobiltelefone bestehenden Begrenzung ausgesetzt wurden, traten in einigen Untersuchungen biologische Wirkungen wie zum Beispiel eine verringerte Beweglichkeit auf. Diese Wirkungen sind auf die Wärmewirkung zurückzuführen. Derart hohe Belastungen kommen im Alltag nicht vor. Auch wenn ein Handy in der Hosentasche sendet, liegt die Belastung der Hoden durch elektromagnetische Felder weit unterhalb der Grenzwerte und eine Wärmewirkung kann ausgeschlossen werden.

Im Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm wurden keine schädlichen Einflüsse hochfrequenter Felder auf Fortpflanzung und Entwicklung gefunden

In mehreren Vorhaben des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms wurde der Frage nachgegangen, ob eine Dauereinwirkung hochfrequenter Felder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt.

Männliche und weibliche Labornagetiere wurden über mehrere Generationen hinweg auf Langzeiteffekte unter dem Einfluss von Mobilfunkfeldern untersucht. Dabei wurde bei Ganzkörperbelastungen mit SAR-Werten zwischen 0,08 und 1,3 Watt pro Kilogramm kein Einfluss auf Fortpflanzung und Entwicklung gefunden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat im Jahr 2014 die wissenschaftliche Literatur zur Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf die männliche Fruchtbarkeit in einer Übersichtsarbeit bewertet.

Stand: 26.04.2016

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