Navigation und Service

Elektromagnetische Felder

Mobilfunk, WLAN & Co. - SAR-Werte von Handys - Stromnetz - Haushaltsgeräte & Elektroinstallationen

Elektromagnetische Felder

Intelligente Stromzähler - Smart Meter

  • Smart Meter bestehen aus einem elektronisch gesteuerten Messgerät, das den Verbrauch sekundengenau erfasst, und einem System zur Übertragung der Daten zur Datenzentrale (Server) des jeweiligen Versorgungsunternehmens.
  • Einige Systeme nutzen hochfrequente elektromagnetische Felder zur kabellosen Datenübertragung.
  • Nach aktuellem Wissensstand sind die resultierenden Expositionen gegenüber den elektromagnetischen Feldern der Systeme gering und Gesundheitswirkungen deshalb nicht zu erwarten.

In den kommenden Jahren werden die herkömmlichen analogen Stromzähler durch sogenannte Smart Meter ersetzt. Seit Januar 2010 sind intelligente Messgeräte in bestimmten Fällen bereits verbindlich. Bei Großkunden werden derartige Systeme schon seit längerem eingesetzt.

Gleichmäßigere Auslastung der Stromnetze und Verbrauchssteuerung

Intelligente Messsysteme (Smart Metering Systeme) sollen eine gleichmäßigere Auslastung der Stromnetze und eine Steuerung des Verbrauchs entsprechend der Verfügbarkeit regenerativer Energie (zum Beispiel aus Wind und Sonne) ermöglichen. Dadurch lassen sich Kraftwerke gleichmäßiger, effizienter und umweltschonender betreiben. Zudem sind die Systeme fernauslesbar und machen die jährliche Ablesung vor Ort einfacher oder überflüssig.

Haushalte erhalten mit Smart Metern mehr Informationen über den eigenen Energieverbrauch und die Möglichkeit, die Energiekosten durch bevorzugte Nutzung von Verbrauchszeiten, in denen günstige Tarife gelten, zu senken. Mit intelligenten Messsystemen kann auch der Verbrauch von Fernwärme, Gas oder Wasser erfasst werden.

Smart Meter: elektronisches Messgerät und System zur Datenübertragung

Intelligente Messsysteme bestehen aus dem Smart Meter, das den Verbrauch sekundengenau erfasst, und einem System (Smart Meter Gateway) zur Übertragung der Daten zur Datenzentrale des jeweiligen Versorgungsunternehmens. Der Kunde kann seine Verbrauchsdaten entweder direkt am Smart Meter ablesen oder vom Gateway beziehungsweise über das Internet vom Datenzentrum des Versorgers abrufen. Aktuelle sowie zurückliegende Energieverbrauchswerte können tages-, monats- oder jahresbezogen angezeigt werden. Um den Datenschutz und die Datensicherheit zu gewährleisten, müssen alle eingesetzten Geräte die dafür gesetzlich festgelegten Anforderungen erfüllen.

Datenübertragung im Haushalt oder Unternehmen

Innerhalb eines Wohnhauses oder eines Geschäftsgebäudes können die Smart Meter über Kabel, die Stromleitung oder per drahtloser Kommunikationstechnik mit dem Gateway oder anderen Smart Metern verbunden sein. Geräte, die drahtlos kommunizieren, können dazu verschiedene Frequenzbänder und Funkstandards nutzen. Möglich ist zum Beispiel die Nutzung der für Funkanwendungen kurzer Reichweite von der Bundesnetzagentur freigegebenen Frequenzbänder im Bereich einiger zehn oder hundert Megahertz. In diesen Frequenzbändern sind maximale Sendeleistungen von 10 bis 500 Milliwatt zulässig. Eine vollständige Übersicht über die in Deutschland eingesetzten Geräte liegt nicht vor.

Datenübertragung zur Datenzentrale des Versorgungsunternehmens

Für die Übermittlung der Daten vom Gateway zur Datenzentrale des Versorgungsunternehmens stehen ebenfalls verschiedene Übertragungsmedien zu Verfügung. Dazu zählen leitungsgebundene Telefonnetze, die Mobilfunknetze sowie das Stromnetz.

Geräte, die die Daten per Mobilfunk übertragen, nutzen dazu ein Übertragungsmodul, das in einem der bestehenden Mobilfunkbänder senden kann. Die Sendeleistungen der Module entsprechen denen von Mobiltelefonen in den jeweiligen Frequenzbändern (zum Beispiel maximal 2 Watt im 900-MHz-Band beziehungsweise 1 Watt im 1.800-MHz-Band).

Expositionen durch drahtlos kommunizierende Smart Meter gering

Personen in der Nähe von drahtlos kommunizierenden Smart Metern sind den elektromagnetischen Feldern der Geräte ausgesetzt und absorbieren einen Teil der ausgesendeten Strahlungsleistung. Es ist aber davon auszugehen, dass die resultierenden Expositionen gegenüber elektromagnetischen Feldern gering bleiben: Während die Sendeleistungen ähnlich sind, besteht beim Betrieb drahtloser Smart Meter anders als bei der Nutzung von persönlichen Kommunikationsgeräten wie Handy oder Smartphone üblicherweise ein großer Abstand zwischen dem Sender und den Personen.

Mit dem Abstand zum Sender nehmen die Feldstärken schnell ab. Weder Messgeräte noch Gateways sind üblicherweise in Räumen installiert, die für den längeren Aufenthalt von Personen bestimmt sind. Zudem kommunizieren Smart Meter untereinander oder mit dem Gateway nicht kontinuierlich, sondern in Intervallen mit langen Pausen. Funkverbindungen werden deshalb nur kurzzeitig auf- und dann wieder abgebaut. Das gleiche gilt für die Verbindung zur Datenzentrale des Versorgungsunternehmens, wenn hierfür ein Mobilfunknetz genutzt wird.

Es ist daher davon auszugehen, dass typische Expositionen weit unter den zum Schutz der Gesundheit empfohlenen Höchstwerten liegen. Erste veröffentlichte Messergebnisse bestätigen diese Einschätzung. Unter diesen Voraussetzungen können nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand sowohl direkte Gesundheitswirkungen als auch Funktionsbeeinflussungen von aktiven Körperhilfen, wie zum Beispiel Herzschrittmachern, ausgeschlossen werden.

Um dem Grundsatz des Strahlenschutzes zu entsprechen, Belastungen wenn möglich zu vermeiden oder zu minimieren, können bevorzugt solche Smart Meter eingesetzt werden, die ihre Daten kabelgebunden übertragen.

Stand: 14.02.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz