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Elektromagnetische Felder

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Elektromagnetische Felder

Untersuchungen zu Fragen der gesundheitlichen Wirkungen von TETRA

Beim Aufbau des bundesweiten einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystems für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Digitalfunk BOS) nach dem TETRA-Standard steht für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Sicherheit der Bevölkerung und der beruflichen Anwender im Vordergrund.

Forschung am BfS

Im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms wurden Untersuchungen zur Frage der gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter Felder durchgeführt. Die dort gewonnenen Erkenntnisse können aber nur eingeschränkt auf den TETRA-Funk übertragen werden, da sich die Pulsfrequenz und der Frequenzbereich von denen des kommerziellen Mobilfunks unterscheidet.

Daher hat das Bundesamt für Strahlenschutz mit der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) eine Verwaltungsvereinbarung über eine Zusammenarbeit zu Fragen gesundheitlicher Auswirkungen des Digitalfunks BOS geschlossen. Schwerpunkt der Vereinbarung war die Durchführung von drei Forschungsvorhaben.

Wissenschaftlicher Kenntnisstand aus internationalen Untersuchungen

Da TETRA derzeit und zukünftig auch in anderen Ländern für Funksysteme für Behörden mit Sicherheitsaufgaben genutzt wird, wurden die Auswirkungen von TETRA international bereits untersucht. Der Großteil der Studien wurde an Versuchspersonen (Probanden) durchgeführt.

Laborstudien

Zu Effekten auf Zellebene liegen nur wenige Veröffentlichungen vor. Bei den in diesen Untersuchungen verwendeten gepulsten TETRA-Signalen zeigten sich keine gesundheitlich relevanten negativen Effekte in den untersuchten Zellen.

Untersuchungen zur kognitiven Leistungsfähigkeit

In den meisten Studien wurden Probanden auf mögliche Wirkungen durch die hochfrequenten Felder von TETRA-Endgeräten untersucht. Dabei wurden vor allem akute Wirkungen untersucht, also zum Beispiel Veränderungen von Reaktionszeiten, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Gedächtnis in entsprechenden kognitiven Tests sowie Befindlichkeitsstörungen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Bei den kognitiven Tests zeigten sich nur vereinzelt signifikante Veränderungen. Diese wurden in Folgestudien überwiegend nicht bestätigt. 2013 fand ein vom BfS beauftragtes Forschungsvorhaben keinen Einfluss von TETRA auf

  • Schlafqualität,
  • Wachsamkeit,
  • kognitive Leistungsfähigkeit,
  • Befindlichkeit und
  • das Auftreten von Symptomen.

Lediglich geringfügige Veränderungen im Wach-und Schlaf-EEG wurden beobachtet.

Untersuchungen an elektrosensiblen Personen

Neben gesunden Probanden wurden auch Personen untersucht, die angaben, bei der Nutzung von TETRA-Endgeräten unter gesundheitlichen Beschwerden zu leiden (elektrosensible Personen).

Die Ergebnisse der Untersuchungen an elektrosensiblen Personen deuten darauf hin, dass deren Beschwerden nicht durch die hochfrequenten Felder der TETRA-Geräte verursacht werden. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die Befürchtung, dem Signal eines TETRA-Gerätes ausgesetzt zu sein, die Beschwerden auslöst.

Langzeituntersuchungen

In Großbritannien wird im Rahmen des „Airwave health monitoring programme“ die weltweit einzige Beobachtungsstudie an Nutzern von TETRA-Endgeräten durchgeführt. Darin soll über 15 Jahre der Gesundheitszustand von 100.000 Polizisten verfolgt werden, die regelmäßig ein TETRA-Endgerät nutzen. Die Ergebnisse werden 2020 erwartet.

Stand: 26.06.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz