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Elektromagnetische Felder

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BOS-Funk - Grundlagen

  • Mit dem BOS-Funk verfügen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), wie Feuerwehr, Polizeien, Rettungsdienste, THW, über ein eigenes bundesweites digitales Funknetz nach dem Standard TETRA (Terrestrial Trunked Radio).
  • Für den bundesweiten Digitalfunk BOS stehen derzeit die Frequenzen zwischen 380 und 395 Megahertz zur Verfügung.
  • Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führte ein Forschungsvorhaben durch, bei dem die Belastung der Nutzerinnen und Nutzer der mobilen Stationen einschließlich der Endgeräte unter verschiedenen Bedingungen ermittelt wurde.

Mit dem BOS-Funk verfügen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), wie Feuerwehr, Polizeien, Rettungsdienste, THW, über ein eigenes bundesweites digitales Funknetz nach dem Standard TETRA (Terrestrial Trunked Radio). Die bisher genutzten Analogfunknetze, die Frequenzbereiche zwischen 70 und 450 Megahertz (MHz) verwenden, werden schrittweise abgelöst. Der Aufbau des BOS-Funk-Netzes ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen.

TETRA wurde von dem Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) als professioneller Mobilfunkstandard standardisiert. Es ist ein digitales, zellulares Bündelfunksystem für Sprach- und Datenübertragung und dient dem abhörsicheren Austausch von Informationen in geschlossenen Nutzergruppen. Bündelfunknetze weisen eine ähnliche Struktur und ähnliche technische Daten auf wie die GSM-Netze.

Die Zuständigkeit für den Aufbau, den Betrieb und die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit eines bundesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystems für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben liegt bei der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS). Die Inbetriebnahme des Netzes erfolgt zeitlich gestaffelt und ist nach Angaben der BDBOS im Wesentlichen abgeschlossen.

Frequenzen und Sendeleistungen

Für den bundesweiten Digitalfunk BOS stehen derzeit die Frequenzen zwischen 380 und 395 Megahertz zur Verfügung. Da bei TETRA - ähnlich wie beim GSM-Mobilfunkstandard - ein Zeitschlitzverfahren angewandt wird, ist das Signal der mobilen Endgeräte gepulst (Pulsfrequenz 17,65 Hertz). Für die ortsfesten Basisstationen und für die mobilen Endgeräte sind im TETRA-Standard Leistungsklassen definiert. Demnach weisen die Basisstationen eine Sendeleistung von maximal 40 Watt (W) pro Kanal auf und die mobilen Basisstationen eine Sendeleistung von maximal 30 Watt. Die Sendeleistung der Endgeräte ist in der Regel mit der von kommerziellen Mobilfunk-Endgeräten vergleichbar.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führte ein Forschungsvorhaben durch, bei dem die tatsächliche Belastung der Nutzerinnen und Nutzer der mobilen Stationen einschließlich der Endgeräte unter verschiedenen Bedingungen ermittelt wurde.

Vorschriften für den Aufbau von ortsfesten Sendeanlagen für das Funknetz der BOS

In Deutschland sind die Grenzwerte für Immissionen ortsfester Hochfrequenzanlagen an Standorten mit einer installierten Strahlungsleistung von zehn Watt EIRP oder mehr in der 26. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (26. BImSchV) geregelt. Unter die Vorschriften der 26. BImSchV fallen auch die ortsfesten Anlagen für das Funknetz der BOS.

Entsprechend der Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) vom 14. August 2013 ist zudem eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur für die einzelnen Sendeanlagen erforderlich.

Strahlenschutzaspekte beim Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes

Beim Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes stehen für das BfS zwei Aspekte im Mittelpunkt:

  1. Sowohl für die allgemeine Bevölkerung als auch für die Anwender müssen die grundlegenden Anforderungen des Strahlenschutzes und der Gesundheitsvorsorge beachtet werden. Für die allgemeine Bevölkerung gilt dies bezüglich der ortsfesten Funksendeanlagen und für die Anwender zusätzlich hinsichtlich der Endgeräte.
  2. Der Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes muss durch Informationsmaßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger begleitet werden. Dabei ist die Transparenz hinsichtlich der strahlenschutzrelevanten Aspekte unverzichtbarer Bestandteil der Kommunikation (siehe auch Pressemitteilung „Auswirkungen des Digitalfunks BOS werden erforscht“ vom 26. November 2008).

Digitale Funknetze für die BOS in anderen europäischen Ländern

Vierzehn europäische Staaten – Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Ungarn, Island, Litauen, die Niederlande, Portugal, Schweden, Irland, Bulgarien und Montenegro – verfügen bereits jeweils über ein landesweites TETRA-Netz. In Island ist das Netz allerdings nur in den Ballungsgebieten in Südisland aufgebaut. (Quelle: BDBOS; Stand Juni 2015).

Aufbau und Nutzung von wissenschaftlichen Untersuchungen begleitet

In Großbritannien, Dänemark und Deutschland wurden und werden der Aufbau und die Nutzung der neuen digitalen Funknetze von wissenschaftlichen Untersuchungen begleitet.

Als Folge der zwischen der BDBOS und dem BfS vereinbarten Zusammenarbeit führt das BfS zunächst drei Forschungsvorhaben durch, die einerseits die tatsächliche Belastung der Nutzer durch die elektromagnetischen Felder der Endgeräte genauer beschreiben und andererseits mögliche gesundheitliche Wirkungen abklären sollen.

Stand: 21.06.2016

© Bundesamt für Strahlenschutz