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Glossar

Deutschsprachiges Glossar

RadarEinklappen / Ausklappen

Das Radar (radio detection and ranging) ist ein Gerät, das hochfrequente elektromagnetische Felder (üblicherweise im GHz-Bereich) aussendet und die zurückgeworfenen Echos empfängt und auswertet. Dadurch können Objekte im Raum geortet und ihre Entfernung ermittelt werden.

Radioaktive KontaminationEinklappen / Ausklappen

Verunreinigung von Arbeitsflächen, Geräten, Räumen, Wasser, Luft usw. durch radioaktive Stoffe.

Radioaktiver AbfallEinklappen / Ausklappen

Radioaktive Stoffe im Sinne des § 2 Abs. 1 AtG, die nach § 9a AtG geordnet beseitigt werden müssen.

Radioaktive StoffeEinklappen / Ausklappen

In der Begriffsbestimmung des Atomgesetzes (AtG) werden als "radioaktive Stoffe" die Stoffe bezeichnet, bei denen der Gehalt an Radionukliden nicht außer Acht gelassen werden kann. Außer Acht gelassen werden im Sinne des AtG können Werte, welche unterhalb gesetzlicher Freimengen auftreten. Es wird zwischen Kernbrennstoffen und sonstigen radioaktiven Stoffen unterschieden. Der Maßstab für die Klassifizierung "radioaktiv" ist die Überschreitung der Freigrenzen laut Strahlenschutzverordnung. Alle Stoffe mit Radionukliden müssen als "radioaktiv" eingestuft werden, wenn ihre Aktivität (d.h. die Anzahl der pro Zeiteinheit auftretenden Kernumwandlungen eines Radionuklids oder Radionuklidgemisches) die genannten Freigrenzen überschreiten.

RadioaktivitätEinklappen / Ausklappen

Eigenschaft bestimmter Atomkerne (Radionuklide), sich ohne äußere Einwirkung in andere Atomkerne umzuwandeln und dabei ionisierende Strahlung auszusenden. Messgröße ist die Aktivität, d.h. die Anzahl der pro Zeiteinheit auftretenden Kernumwandlungen eines Radionuklids oder Radionuklidgemisches. Die Einheit ist das Becquerel (Bq), das einer Kernumwandlung pro Sekunde entspricht. Es gibt sowohl in der Natur vorkommende natürliche Radionuklide als auch durch kernphysikalische Prozesse erzeugte künstliche Radionuklide. Kennzeichnend für jedes Radionuklid ist seine Halbwertszeit.

RadioisotopeEinklappen / Ausklappen

Radionuklide mit derselben Kernladungszahl (d.h. gleiches chemisches Element und gleiche Protonenanzahl im Kern) nennt man auch Isotope. Beispiel: Die beiden Uranisotope U-235 und U-236 beinhalten jeweils 92 Protonen. Die Anzahl der Neutronen beträgt jedoch 143 bzw. 144.

RadioisotopenanwendungEinklappen / Ausklappen

Radioisotop wird als synonymer Begriff für Radionuklide verwendet. Spezielle Radionuklide finden ihre Anwendung in der Medizin, beispielsweise in der Krebstherapie.

Radiojod Einklappen / Ausklappen

Radioaktive Jodisotope.

RadiolyseEinklappen / Ausklappen

Veränderung in einem chemischen System durch die Einwirkung ionisierender Strahlung.

Radionuklid Einklappen / Ausklappen

Ein Radionuklid ist ein instabiles Nuklid, das spontan ohne äußere Einwirkung unter Aussendung energiereicher (ionisierender) Strahlung in ein anderes Nuklid zerfällt. Zurzeit sind über 3.300 verschiedene Nuklide bekannt, die sich auf die 118 zurzeit bekannten Elemente verteilen. Von diesen Nukliden sind über 3.000 Nuklide instabil und radioaktiv.

RadionuklidinventarEinklappen / Ausklappen

Radionuklide und entsprechende Aktivitäten, die z.B. in einem Abfallgebinde (endzulagernde Einheit aus Abfallprodukt und Abfallbehälter) oder in einer Einlagerungskammer enthalten sind.

RadiosynoviortheseEinklappen / Ausklappen

Wiederherstellung bzw. Erneuerung (Orthese) der Gelenksschleimhaut (Synovia) mit Hilfe von Bestrahlung (Radiatio). Ein Verfahren zur Behandlung von schmerzhaften, in 1. Linie chronischen entzündlichen, Gelenkerkrankungen, durch lokale Anwendung radioaktiver Substanzen. Hierzu wird ein radioaktives Medikament direkt in das erkrankte Gelenk gespritzt. Es führt zu einer Verödung der Gelenkschleimhaut und beseitigt den Entzündungsprozess. Es resultiert eine erhebliche Linderung der Schmerzen sowie eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit, in vielen Fällen sogar völlige Beschwerdefreiheit.

RadiotoxizitätEinklappen / Ausklappen

Radiotoxizität beschreibt die gesundheitsschädliche Wirkung inkorporierter (in den menschlichen Körper aufgenommener) Stoffe auf Grund ihrer Radioaktivität, im Gegensatz etwa zur chemischen Wirkung (chemische Toxizität). Für die Radiotoxizität eines Stoffes ist von Bedeutung, in welchem Maße die ionisierende Strahlung körperliche Schäden bewirkt. Dies hängt ab von der Strahlenart und -energie, dem Inkorporationsweg (Weg, auf dem der Stoff in den Körper gelangt - über die Nahrung, die Atemluft, durch die intakte Haut, durch offene Wunden oder durch Injektion), der Organkonzentration, der Halbwertszeit des Radionuklids und der Verweildauer des Stoffes im Körper beziehungsweise in den Organen.

RadonEinklappen / Ausklappen

Radon-222 ist ein natürliches Zerfallsprodukt aus der Uran-Radium-Reihe, das überall auf der Erde vorhanden ist und wesentlich zur natürlichen Umweltradioaktivität beiträgt. Es ist ein Edelgas, das farb-, geruchs- und geschmacklos ist, sich nicht bindet und über Risse und Spalten aus dem Erdreich in die Atemluft entweicht. Durch weiteren Zerfall entstehen wiederum radioaktive Folgeprodukte, die über die Atemwege in die Lunge gelangen und dort u.a. Alpha-Strahlung aussenden. Diese kann die Zellen der Lunge schädigen. Diese Schäden können die Entstehung von Krebserkrankungen begünstigen.

RadonexhalationEinklappen / Ausklappen

Materialien, die Radionuklide aus der Uran-Radium-Zerfallsreihe enthalten, können Radon-222 in die Raumluft abgeben. Dieser Prozess wird zusammenfassend als Radonexhalation bezeichnet.

RadonmonitorEinklappen / Ausklappen


Messgerät zur Bestimmung der Radonkonzentration in der Luft.

RampeEinklappen / Ausklappen

befahrbare, überwiegend geradlinige Verbindung zwischen den Sohlen.

RangierfahrzeugEinklappen / Ausklappen

Gleisbetriebenes lokomotivähnliches Fahrzeug.

RasenhängebankEinklappen / Ausklappen

Stelle im Fördergerüst zu ebener Erde, an welcher der Förderkorb bzw. die Fördertonne be- oder entladen wird.

RaubarbeitenEinklappen / Ausklappen

Entfernen oder Rückbau von Ein- und Ausbauten, zum Beispiel Trägern.

Reaktor-SicherheitskommissionEinklappen / Ausklappen

Die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) berät seit 1958 das für die Sicherheit kerntechnischer Anlagen und den Strahlenschutz zuständige Bundesministerium, das ist seit 2013 das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), zuvor das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (1986-2013). Beratungsgegenstand sind Angelegenheiten der Sicherheit und damit in Zusammenhang stehende Angelegenheiten der Sicherung von kerntechnischen Anlagen und der Entsorgung radioaktiver Abfälle. Die RSK gibt als Ergebnis ihrer Beratungen Stellungnahmen und Empfehlungen an das BMUB ab. Die zu beratenden Themen werden grundsätzlich vom BMUB festgelegt, jedoch steht es der RSK frei, auch zu selbst gewählten Themen Stellung zu nehmen. Die Arbeitsweise der RSK wird durch eine Satzung vom 22. Dezember 1998 geregelt und durch eine beim Bundesamt für Strahlenschutz eingerichtete Geschäftsstelle unterstützt. Näheres zur Arbeit der RSK und ihre Stellungnahmen und Empfehlungen sind auf den Internet-Seiten der RSK aufgeführt.

RECIST-LeitlinieEinklappen / Ausklappen

Die RECIST („Response Evaluation Criteria in Solid Tumors“)-Leitlinie definiert Kriterien für die Bewertung des Ansprechens einer soliden Krebserkrankung auf eine durchgeführte Therapie.

Redox-PotentialEinklappen / Ausklappen

Das Redox-Potential ist ein Begriff aus der Elektrochemie. Es ist ein Maß für die Bereitschaft, Elektronen bei einer Redox-Reaktion von dem einen Reaktionspartner auf den anderen zu übertragen. In Redox-Reaktionen wird ein Reaktionspartner reduziert (nimmt Elektronen auf), während der andere oxidiert wird (gibt Elektronen ab). Ein Beispiel hierfür ist Kohlenstoff (z. B. Kohle), aus dem durch Verbrennung Kohlenstoffdioxid wird:

Oxidation: C --> C4+ + 4 e- (Elektronenabgabe)

Reduktion: O2 + 4 e- --> 2 O2- (Elektronenaufnahme)

Gesamtreaktion: C + O2 --> CO2

ReferenzabfallEinklappen / Ausklappen

Kategorisierter und im Rahmen von Bandbreiten sicherheitsanalytisch überprüfter radioaktiver Abfall für die Endlagerung.

ReflexionsseismikEinklappen / Ausklappen

Geophysikalische Methode zur Ermittlung von Tiefe und Lagerung von Gesteinsschichten durch Reflexion künstlich an der Erdoberfläche erzeugter Wellen an Schichtgrenzen des Untergrunds.

Rekrutierung Einklappen / Ausklappen

Einberufung, Zusammensetzung.

Relatives Risiko Einklappen / Ausklappen

Gibt den Faktor an, um den sich die Erkrankungshäufigkeit in einer exponierten Gruppe von der in einer Vergleichsgruppe unterscheidet.

RepositoriumEinklappen / Ausklappen

Institutionelle Repositorien gehören heute zur Standardausstattung nahezu jeder wissenschaftlichen Einrichtung, die Forschungsergebnisse in elektronischer Form veröffentlicht. Repositorien bilden damit eine Art "digitales Schaufenster", das den wissenschaftlichen Output einer Institution nach außen darstellt. Die wichtigsten Eigenschaften eines digitalen Repositoriums sind:

  • zentrale Archivierung aller Publikationen, komfortable Suchfunktionen und Auswertungsmechanismen,
  • schnelle und zuverlässige Wiederauffindbarkeit der archivierten Publikationen,
  • Volltextindexierung der archivierten Publikationen (mithilfe einer URN).

Das "Digitale Online-Repositorium und Informationssystem" (kurz: DORIS) ist die Online-Plattform zur zentralen Speicherung, Langzeitarchivierung und Veröffentlichung von Publikationen des BfS.

ResonanzfrequenzEinklappen / Ausklappen

Im Hochfrequenzfeld: Frequenz, bei der die spezifische Absorptionsrate (SAR) am größten ist, bezogen auf die gleiche einfallende Hochfrequenzenergie. Die Resonanzfrequenz ergibt sich, wenn die halbe Wellenlänge der Strahlung etwa der Größe des bestrahlten Objekts entspricht.

ResttragfähigkeitEinklappen / Ausklappen

Das mehr als 100 Jahre alte Grubengebäude der Schachtanlage Asse besitzt nicht mehr seine ursprüngliche Stabilität. Infolge von inneren Rissen haben die Tragelemente – Pfeiler und Schweben – nur noch eine Restfestigkeit, die sich bei stärkerer Durchfeuchtung verringern könnte. In Fachgesprächen zur Gebirgsbeobachtung wird die Resttragfähigkeit des Gesamtsystems regelmäßig bewertet und prognostiziert.

Retina Einklappen / Ausklappen

Netzhaut des Auges - hier werden optische Signale in Nervensignale umgewandelt.

Retrospektiver Ansatz Einklappen / Ausklappen

Ein Untersuchungsansatz, in dem für eine bestimmte Personengruppe die Exposition oder das Auftreten von Krankheiten rückwirkend über einen bestimmten Zeitraum erhoben wird.

ReviewsEinklappen / Ausklappen

Hier: Arbeitskolloquien. Im Rahmen des Mobilfunk Forschungsprogramms waren zur besseren Koordinierung der Forschungsprojekte innerhalb der Bereiche Biologie, Dosimetrie, Epidemiologie und Risikokommunikation sog. Arbeitskolloquien (auch Reviews genannt) vorgesehen.

RichtstreckeEinklappen / Ausklappen

Im Streichen der Lagerstätte aufgefahrene Strecke.

RingankerEinklappen / Ausklappen

Ein Ringanker ist ein ringförmig geschlossenes Bauteil aus Eisen, das ein Auseinanderfallen der umschlossenen Bauteile verhindern soll.

Risiko Einklappen / Ausklappen

Qualitative und/oder quantitative Charakterisierung eines Schadens hinsichtlich der Möglichkeit seines Eintreffens (Eintrittswahrscheinlichkeit) und der Tragweite der Schadenswirkung (Schadensausmaß).

RisikokommunikationEinklappen / Ausklappen

Interaktiver (wechselseitiger) Prozess des Austausches von Informationen und Meinungen zu Risiken zwischen wissenschaftlichen Experten, Risikomanagern (Behörden) und der Öffentlichkeit (Betroffene, Interessengruppen etc.).

Risikowahrnehmung Einklappen / Ausklappen

Prozess der subjektiven Aufnahme, Verarbeitung und Bewertung von risikobezogenen Informationen aufgrund persönlicher Erfahrung, aufgenommener Informationen und der Kommunikation mit anderen Individuen.

Risk Ratio/Relative RiskEinklappen / Ausklappen

Deutsch: Risikoverhältnis oder relatives Risiko. Das Verhältnis zwischen der Erkrankungswahrscheinlichkeit in einer exponierten und einer nicht exponierten Personengruppe, die in einer Kohortenstudie untersucht wurden. Bei einem RR von 1 besteht kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Bei RR < 1 ist das Risiko in der exponierten Gruppe geringer, bei RR > 1 größer als in der nicht exponierten Gruppe. Mittels Signifikanztest kann geprüft werden, wie statistisch bedeutsam dieser Unterschied ist.

R-LösungEinklappen / Ausklappen

Salinare Lösung (wässrige Lösung mit unterschiedlicher Salzkonzentration) mit einer Zusammensetzung am Punkt R der 25°C Isotherme des quinären Systems.

RohabfallEinklappen / Ausklappen

Unverarbeiteter radioaktiver Abfall.

RolllochEinklappen / Ausklappen

Stark geneigter oder senkrechter Grubenbau von geringem rechteckigen oder runden Querschnitt zur Abwärtsförderung von Material, das unter der Wirkung seiner Schwerkraft hinab rollt. Rolllöcher können auch der Wetterführung und Personenbeförderung dienen.

RöntgenverordnungEinklappen / Ausklappen

Die Röntgenverordnung (RöV) regelt in erster Linie den Betrieb von Röntgeneinrichtungen. Die Röntgenverordnung erfasst des weiteren auch technische Einrichtungen, in denen durch die Beschleunigung von Elektronen als Nebeneffekt Röntgenstrahlung erzeugt wird (Störstrahler).

Rotschlamm Einklappen / Ausklappen

Rotschlamm ist ein Abfallprodukt der Aluminiumproduktion. Ausgangsstoff für die Produktion von Aluminium ist Bauxit, das unter Verwendung einer Natronlauge aufgeschlossen wird. Dadurch wird das Aluminium aus dem Erz gelöst.

RückbauEinklappen / Ausklappen

Die Einlagerungsstrecken werden aufgefahren und von hinten nach vorne mit radioaktiven Abfallgebinden befüllt. Dann werden die Strecken verschlossen.

RückkühlwerkEinklappen / Ausklappen

Mit dem Rückkühlwerk wird die von der Fördermaschine erzeugte Wärme rückgewonnen und zum Beispiel zum Heizen der Schachthalle wiederverwendet.

RundgebindeEinklappen / Ausklappen

Abfallgebinde, die eine Fassform haben.

© Bundesamt für Strahlenschutz