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Wie sind Kernkraftwerke gegen Naturereignisse geschützt?

Ein Kernkraftwerk muss gegen Einwirkung von außen ausgelegt sein. Das sind beispielsweise Naturereignisse, das sind Überflutungen, Erdbeben, starke Stürme, starke Winde, Blitze und so weiter. Aber das Kernkraftwerk muss auch gegen zivilisatorische Einwirkungen von außen geschützt sein wie zum Beispiel Flugzeugabstürze oder Explosionsdruckwellen.

Nach dem Unfall in Fukushima hat die Reaktorsicherheitskommission den sogenannten Stresstest durchgeführt. Das war eine Sicherheitsüberprüfung. Man hat die Robustheit der Anlagen geprüft und die Notfallmaßnahmen. Man hat schärfere Annahmen gestellt an die Anlagen, das heißt, man hat zum Beispiel bei den Erdbeben eine höhere Intensität angenommen als das, was bisher gemessen war und hat dann einen Anforderungskatalog aufgestellt.

In Fukushima war ja auch die Überflutung des Kernkraftwerksgeländes durch den Tsunami verursacht worden.

Also, es geht letztendlich im Speziellen darum: Sind wir in Deutschland gegen Überflutungen geschützt oder sind die Kernkraftwerke gegen Überflutungen ausgelegt? Der Schutz oder die Überprüfung gegen naturbedingte Einwirkungen muss immer weiter betrachtet werden. Das heißt, man muss immer auf dem aktuellen Stand bleiben, da der Unfall in Fukushima gezeigt hat, was für eine verheerende Wirkung ein solcher Unfall für die Bevölkerung, für die Umgebung, für die Natur haben kann.

Nach der Abschaltung der Kernkraftwerke beginnt die lange Zeit des Rückbaus. Und auch in diesem Zeitraum ist es wichtig, immer auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zu bleiben und sich auch in dieser Phase weiterhin mit den Einwirkungen von außen zu beschäftigen. Und gerade in der Phase des Rückbaus ist es eventuell notwendig, sich neue Maßnahmen und Anforderungen an die Sicherheitsbeurteilung zu stellen.

Deswegen betreut das Bundesamt für Strahlenschutz Forschungsvorhaben, die sich mit den Sicherheitsbeurteilungen während des Rückbaus von deutschen Kernkraftwerken beschäftigen.

Stand: 20.04.2016

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© Bundesamt für Strahlenschutz