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Fachliche Stellungnahmen

In der nationalen und internationalen Forschung werden Fragestellungen bearbeitet, die für den Strahlenschutz bedeutsam sind. Das BfS nimmt Stellung zu ausgewählten Themen.

Dänische Handykohortenstudie

Aufgrund der rasanten Ausbreitung von Mobiltelefonen stellt sich die Frage nach möglichen Gesundheitsschäden, insbesondere Krebserkrankungen im Kopfbereich (z.B. Hirntumoren, Augentumoren, Akustikusneurinom), da hier die Exposition durch elektromagnetische Felder am größten ist. Bisherige Studien geben keine belastbaren Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Handynutzung. Die Aussagekraft dieser Studien ist aber zum Teil durch kurze Latenzzeiten (Zeit zwischen erster Handynutzung und Tumordiagnose) eingeschränkt.

Eurobarometer-Studie (Report 347)

Das Eurobarometer ist eine seit 1973 in regelmäßigen Abständen von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Serie von Meinungsumfragen unter EU-Bürgerinnen und -Bürgern. Als Ergebnis der Umfragen veröffentlicht die Kommission Berichte zur öffentlichen Meinung zu zentralen Themen, die die Europäische Union betreffen. Ziel der Umfragen ist es, Entwicklungen in der öffentlichen Meinung innerhalb der EU zu beobachten und zu erkennen.

Handynutzung und männliche Fruchtbarkeit

Die Frage, ob hochfrequente elektromagnetische Felder, die von Handys ausgehen, einen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit haben, wurde in mehreren nationalen und internationalen Studien untersucht. Die Ergebnisse ausgewählter Studien und Übersichtsarbeiten werden im Folgenden vorgestellt und bewertet.

Fachliche Stellungnahme zur INTERPHONE-Studie

Die schnelle Zunahme der Nutzung von Mobiltelefonen führte in der Bevölkerung zu einer wachsenden Besorgnis hinsichtlich möglicher mit der Mobiltelefonnutzung verbundener Gesundheitsgefahren, da beim Telefonieren mit Mobiltelefonen hochfrequente elektromagnetische Felder entstehen. Daher veranlasste die International Agency for Research on Cancer (IARC) im Jahr 2000 die internationale INTERPHONE-Fall-Kontrollstudie, um ein mögliches Risiko für die Entstehung von Hirntumoren durch den Gebrauch von Mobiltelefonen zu ermitteln.

Offshore-Windpark südlich der dänischen Insel SamsöQuelle: Prof. Dr. Horst Crome

Umweltauswirkungen Offshore-Windenergieparks

Welche Auswirkungen auf die Umwelt hat die Kabelanbindung von Offshore-Windparks an das Verbundstromnetz? Mit dieser Frage hat sich das Bundesamt für Strahlenschutz nach 2005 zum zweiten Mal im Jahr 2013 in einer fachlichen Stellungnahme beschäftigt.

Friedensdenkmal in Hiroshima

Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki: Bedeutung für den Strahlenschutz

Im August 1945 wurden in der Endphase des Zweiten Weltkrieges zum ersten und einzigen Mal Atomwaffen in einem militärischen Konflikt eingesetzt. Die erste von zwei amerikanischen Atombomben - die Uranbombe "Little Boy" - wurde am 6. August über der japanischen Stadt Hiroshima abgeworfen. Der zweite Bombenangriff auf die Stadt Nagasaki erfolgte drei Tage später mit der Plutoniumbombe "Fat Man".

Das heutige Wissen über die gesundheitlichen Risiken ionisierender Strahlung basiert überwiegend auf den Ergebnissen der sogenannten Life Span Study, einer epidemiologischen Kohortenstudie an den Überlebenden der Atombombenabwürfe.

Mögliche Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen

Für das Bundesamt für Strahlenschutz sind neben möglichen gesundheitlichen Risiken für den Menschen auch die Wirkungen auf die Umwelt von Bedeutung. An das Bundesamt für Strahlenschutz werden häufig Fragen nach schädlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen gerichtet.

Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise auf eine Gefährdung von Tieren und Pflanzen durch hochfrequente elektromagnetische sowie niederfrequente und statische elektrische und magnetische Felder unterhalb der Grenzwerte.

Mobiltelefon-Nutzung und Verhaltensprobleme bei Kindern

Aufgrund der rasanten Verbreitung von Mobiltelefonen in den letzten Jahren stellt sich die Frage nach möglichen Gesundheitsschäden. Hierbei wird immer wieder diskutiert, ob Kinder eventuell empfindlicher sein könnten als Erwachsene, da sich ihr Organismus noch in der Entwicklung befindet und mögliche Schäden in einer frühen Entwicklungsphase gesetzt würden. Das BfS nimmt Stellung zu einer Studie, in der ein möglicher Zusammenhang zwischen einer prä- oder postnatalen Exposition mit hochfrequenten Feldern von Handys und Verhaltensproblemen (Benehmen, Hyperaktivität, emotionale Probleme und Probleme mit Gleichaltrigen) bei Kindern untersucht wurde.

Exposition durch Nutzung von Mobiltelefonen in Räumen mit metallischen Wänden

In der genannten Veröffentlichung wird die elektromagnetische Leistungsflussdichte berechnet, die durch den Gebrauch von Mobiltelefonen in metallisch umschlossenen Räumen hervorgerufen werden kann. Als Rahmenbedingung für diese theoretische Betrachtung wird angenommen, dass die Wände elektromagnetische Wellen vollständig reflektieren und die einzigen Verluste durch die Abstrahlung elektromagnetischer Wellen nach außen durch die Fenster entstehen.

Neurodegenerative Erkrankungen

Neurodegenerative Erkrankungen sind meist langsam fortschreitende Erkrankungen des Nervensystems mit zunehmendem Verlust von Nervenzellen, die häufig zu Demenz und/oder Bewegungsstörungen führen. Mehrere epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass sie verstärkt bei starker beruflicher Exposition mit niederfrequenten Magnetfeldern auftreten.

Gesundheitliche Auswirkungen von TETRA

Der Ausbau eines bundesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystems für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Digitalfunk BOS) in der Bundesrepublik Deutschland nach dem TETRA-Standard durch die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) ist nahezu abgeschlossen. Der aktuelle Kenntnisstand zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Technik aus der Fachliteratur wird im Folgenden kurz zusammengefasst.

© Bundesamt für Strahlenschutz