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PEDDOSE.NET

Das EU-Projekt PEDDOSE.NET ("Dosimetry and Health Effects of Diagnostic Applications of Radiopharmaceuticals with particular emphasis on the use in children and adolescents") sammelte und bewertete vorhandene Wissen über altersabhängige Dosimetrie radioaktiver Substanzen, die aktuell für bildgebende diagnostische Verfahren in der Nuklearmedizin verwendet werden.

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Das EU-Projekt PEDDOSE.NET sammelte und bewertete das vorhandene Wissen über altersabhängige Dosimetrie radioaktiver Substanzen, die aktuell für bildgebende diagnostische Verfahren in der Nuklearmedizin verwendet werden. Außerdem entwickelte es Empfehlungen für verbesserten Patientenschutz bei der Bildgebung und identifizierte Wissenslücken über das Verhalten von Radiopharmaka.

Projektteilnehmer

Das Projekt wurde vom European Institute for Biomedical Imaging Research (EIBIR) koordiniert. Es bestand aus fünf Teilnehmern aus Belgien, Deutschland, Frankreich und Österreich mit umfassenden Kenntnissen in nuklearmedizinischer Dosimetrie. Wissenschaftlicher Koordinator war Prof. Michael Lassmann von der Abteilung Nuklearmedizin der Universität Würzburg in Deutschland. Das Projekt wurde von der European Association of Nuclear Medicine (EANM) unterstützt, der wissenschaftlichen Vereinigung der in der europäischen Nuklearmedizin Beschäftigten. Der wissenschaftliche Beirat, bestehend aus Repräsentanten der wissenschaftlichen und industriellen Vereinigungen aus dem Bereich der Nuklearmedizin, stellte sicher, dass die Projektergebnisse schnell und umfassend verbreitet wurden.

Datensammlung

Um die beschriebenen Aufgaben zu erfüllen, wurden existierende Daten über Biokinetik, Dosimetrie und dosisabhängige Risiken für diagnostische Radiopharmaka für Kinder und Erwachsene gesammelt und bewertet. Die Zusammensetzung des Konsortiums garantierte den Kontakt zu internationalen Organisationen wie der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) oder dem Medical Internal Radiation Dose (MIRD) Komitee der Society of Nuclear Medicine sowie zu nationalen Strahlenschutzbehörden und damit den Zugang zu Informationen über die aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet. Außerdem wurden Daten über gerätespezifische Parameter bei der Bildgebung und die dazugehörigen Phantome gesammelt, um damit Möglichkeiten der Dosisreduktion bei nuklearmedizinischen Untersuchungen (Schwerpunkt Pädiatrie) und bei der Computertomographie in Hybridscannern zu identifizieren.

Resultate und Empfehlungen

Die vorhandene Literatur variierte stark in Qualität, Verlässlichkeit und verwendeter Technik, Daten über die Biokinetik von Kindern wurden kaum gefunden. Aufgrund ihrer hohen Qualität sind die Veröffentlichungen der ICRP de facto internationaler Standard. Die Vorgaben für die durchschnittlich zu verabreichenden Aktivitätsmengen der Arzneimittel schwankten zwischen verschiedenen EU-Staaten teilweise um einen Faktor zwei. Unter Verwendung der gewonnen Erkenntnisse wurden Empfehlungen entwickelt, welche der Wissenschaft und der europäischen Kommission helfen werden, die Bereiche aus nuklearmedizinischer Dosimetrie und Strahlenschutz der Patienten zu identifizieren, in denen weitere Forschung nötig ist. Außerdem können die Ergebnisse der radiopharmazeutischen Industrie möglicherweise Hinweise darauf geben, wie klinische Tests und die dazugehörige Dokumentation verbessert werden können, die für eine Marktzulassung für neue Substanzen nötig sind.

Veröffentlichungen

Die Veröffentlichung der Resultate wurde durch EIBIR koordiniert. Bei zwei großen europäischen Kongressen (ECR 2011, EANM 2011) wurden die Projektergebnisse in separaten Workshops vor Kongressbeginn vorgestellt, wobei der Workshop auf dem EANM-Kongress 2011 der am besten Besuchte war. Die Publikation "Biokinetics and dosimetry of commonly used radiopharmaceuticals in diagnostic nuclear medicine – a review" (Eberlein et al, Eur J Nucl Med Mol Imag 2011) fasst die Erkenntnisse des Konsortiums über die Dosimetrie diagnostischer Nuklearmedizin zusammen. Außerdem hat die EU einen Abschlussbericht veröffentlicht.

Stand: 12.05.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz